Der Kirchhof in Zaue
Der Kirchhof in Zaue liegt direkt an der Kirche, idyllisch oberhalb des Schwielochsees – ein stiller, von Natur und Geschichte geprägter Ort. In seiner Anmutung eher einem kleinen Park mit historischen Denkmälern gleichend, bietet er besonders in den frühen Morgenstunden einen wunderschönen Blick auf das Wasser. Zwischen alten Bäumen, Vogelgesang und dem leichten Wind vom See finden Besucher Raum für Abschied, Erinnerung und Einkehr.
Die Anlage bewahrt zahlreiche Zeugnisse vergangener Zeiten: alte Grabplatten, Steinkreuze und mehrere denkmalgeschützte Grabmale und Grabkreuze. Die ersten Gräber stammen aus dem 17. Jahrhundert und erzählen von den Verwaltern des Patriarchats derer von der Schulenburg, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Im 19. Jahrhundert wirkte hier auch Pfarrer Rödelius, der talentierte Kinder aus der Umgebung förderte – darunter den jungen Ludwig Leichhardt aus Trebatsch, den späteren Australienforscher. Sein Name ist bis heute eng mit Zaue verbunden, davon zeugt auch die denkmalgeschützte Grabtafel.
Unterhalb des Kirchhofs gedeiht im Dahliengarten unter anderem die „Leichhardt-Dahlie“. Vermutlich nimmt sie Bezug auf Leichhardts Brief an seinen Schwager, in dem er jene dunkelrot-samtigen, leicht violett schimmernden Dahlien beschreibt, die er einst in Paris bewunderte. Ihre Blüten erinnern an den Forscher, der von Zaue aus seinen Weg in die weite Welt begann und schließlich spurlos im Inneren Australiens verschwand.
Neben klassischen Grabstellen stehen auf dem Kirchhof auch ein Urnenfeld, eine Urnengemeinschaftsanlage sowie eine Sarggemeinschaftsanlage zur Verfügung. Die Gestaltung der Grabanlagen bietet Hinterbliebenen mehr Freiheiten als auf den von den Amtsgemeinden verwalteten. Allen Menschen – nicht nur Gemeindemitgliedern – steht dieser Ort offen. Jede und jeder ist willkommen, hier eine letzte Ruhestätte zu finden oder für Angehörige eine Grabstätte zu wählen.
Ein besonderes Element stellt die neue Epitaphwand an der Nordmauer dar. Sie gibt Hinterbliebenen nach Ablauf der Nutzungszeit die Möglichkeit, die Grabsteine ihrer Angehörigen würdevoll abzustellen – ein stiller Ort gegen das Vergessen.
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